African Beat, 2000

African Beat I, 2000
Aquarell, Kreide und Kohle auf Karton, 101,8 x 73,6 cm


Die beiden großformatigen Aquarelle African Beat I und II müssen vor Ort erlebt werden, denn die Abbildungen geben nur einen Hauch der außergewöhnlichen Stimmung der beiden Blätter wieder.

Wir sehen afrikanische Menschen im Tanz. Alle tanzen für sich allein und sind dennoch eng miteinander verwoben. Arme und Beine überkreuzen sich, Körper verschmelzen miteinander, so dass sich nicht feststellen lässt, wie viele Personen an den Tänzen beteiligt sind. Bei sensibler Beobachtung lässt sich der Rhythmus des Tanzes nachempfinden und vielleicht sogar spüren.

Musik, Tanz und Gesang gehören in Afrika untrennbar zusammen. Sie sind tief im Bewusstsein der Menschen und traditionell in vielen Lebensbereichen verankert. Oft werden sie auch bei touristischen Veranstaltungen aufgeführt und dabei aus dem kulturellen Zusammenhang gerissen.

Für europäische Augen sind afrikanische Tänze häufig wild und ungestüm. Sie gehen aus Alltagsbewegungen ursprünglicher, naturverbundener Kulturen hervor und sind bedeutende kulturelle Schöpfungen.

Die Bewegungsabläufe des afrikanischen Tanzes basieren auf grundlegend anderen Bestandteilen als der westliche Tanz: Isolation, Koordination und Polyzentrik, bei der der Körper in verschiedene Bewegungszentren aufgeteilt ist, die sich räumlich und rhythmisch unabhängig voneinander bewegen. Typisch ist auch der Wechsel von Anspannung und Entspannung, der in harmonischen Bewegungen, die in den Gelenken nachgeben, Ausdruck findet.

Diese Aspekte greift Ruth Baumgarte nach intensiver Beobachtung in African Beat I und II auf und kreiert ein authentisches und beeindruckendes Bild des afrikanischen Tanzes.

African Beat II, 2000
Aquarell, Kreide, Kohle auf Karton, 101,3 x 72,8 cm